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Eine Bestattung kostet Geld. Doch wieviel genau? Wie hoch sind die Gesamtkosten und woraus setzen sie sich zusammen? Darüber herrscht zuweilen große Unsicherheit. Viele Faktoren beeinflussen die Bestattungskosten ganz erheblich. Eine Bestandsaufnahme.

Bestattungskosten – viele Aspekte kommen zusammen

Die Kosten einer Bestattung setzen sich grundsätzlich aus drei Posten zusammen: den Dienstleistungen des Bestatters, den Fremdleistungen externer Dienstleister und den kirchlichen oder kommunalen Gebühren.

Seitens des Bestatters fallen Kosten für seine Dienstleistungen an. Hierzu gehören zum Beispiel die Überführung und die hygienische Versorgung des Verstorbenen, die gesamte Organisation der Gedenk- und Trauerfeierlichkeiten oder auch Behördengänge. Hinzu kommen Ausgaben für externe Dienstleister, wie den Floristen, der den Blumenschmuck stellt, die Lokalzeitung, in der die Traueranzeige geschaltet wird, den Trauerredner oder Steinmetz. Auch die kommunalen Friedhofsgebühren, die beim Kauf oder bei der Nutzung eines Grabes entstehen, fallen ins Gewicht.

Die Genaue Höhe der Posten weicht je nach Bestattungsart, Region und Ausführung der Bestattung jedoch stark voneinander ab. Zudem sind sie ganz maßgeblich von den individuellen Wünschen des Verstorbenen und seiner Angehörigen abhängig. Damit ahnen Sie es bereits: Die genaue Höhe der Bestattungskosten lässt sich nicht pauschal voraussagen. Auch Angaben zu möglichen Preisspannen sind ohne nähere Informationen zu den genannten Posten reine Spekulation.

Persönlichen Ansprechpartner finden

Der Bestatter Ihres Vertrauens leistet hier Abhilfe. In einem ausführlichen Gespräch über Ihre Wünsche und die Vorstellungen des Verstorbenen, listet er mit Ihnen zusammen Ihre alle Leistungen auf – um Ihnen am Ende einen seriösen Preis nennen zu können. Viele Bestattungsunternehmen bieten derweil unverbindliche Beratungsgespräche an und erstellen Ihnen einen detaillierten Kostenvoranschlag.

Genauso ist der Bestatter Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Fragen behilflich: Wo kann unter Umständen etwas Geld eingespart werden? Ist eine Feuerbestattung zwangsläufig günstiger als eine Erdbestattung? Und was kann man beispielsweise selber zur Bestattung beitragen, ohne Fremdleistungen in Anspruch nehmen zu müssen? Ganz Allgemeinen steht fest, dass Ihnen viele Optionen offenstehen und Ihr Bestatter Ihnen genau die Möglichkeiten aufzeigen kann, die zu Ihnen passen und die Sie auch wirklich wollen.

Der Preis – passend und bezahlbar

Klar ist, dass nicht jede Bestattung nach Schema F ablaufen muss. Vielmehr macht eine persönliche Note einen Abschied deutlich wertvoller – und nicht zwangsläufig teurer. Mittlerweile werden vielfach Paketpreise angeboten, bei denen jedoch Vorsicht geboten ist: Versteckte Gebühren und eine irreführende Kostenaufstellung sind keine Seltenheit.

Ein seriöser Bestatter schnürt Ihnen hingegen IHR Paket zusammen und hilft Ihnen auch weiter, wenn Sie die anfallenden Kosten nicht ohne Weiteres auf einmal bezahlen können. Wie auch in anderen Lebensbereichen können Sie Ratenzahlungen vereinbaren oder eben eine individuelle Lösung finden, die Ihren Preisvorstellungen entspricht.

Frühzeitig vorsorgen

Ein Todesfall verursacht einige Ausgaben. Zuschüsse der Krankenkassen zu Bestattungskosten gibt es seit der Abschaffung des Sterbegeldes im Jahre 2003 nicht mehr. Eine Möglichkeit, die Bestattung frühzeitig finanziell abzusichern, ist eine Bestattungsvorsorge. Hinterbliebene werden dadurch finanziell entlastet und in ihrer Trauer nicht zusätzlich mit plötzlich anfallenden Ausgaben konfrontiert. Zudem können Sie selbst genau festlegen, wie Ihre dereinstige Bestattung einmal aussehen soll.

Wie auch bei der Ausgestaltung der Bestattung selbst, gibt es verschiedene Optionen, auf sicherem Wege Geld für die eigene Bestattung beiseite zu legen. Sogenannte Bestattungsvorsorgeverträge können beispielsweise mit Sterbegeldversicherungen oder einer Treuhandeinlage finanziell abgesichert werden. Der Bestatter Ihres Vertrauens hat auch hier ein offenes Ohr und hält Ihre Wünsche in einer passenden Bestattungsvorsorge für Sie fest.

Tipps zum Schluss

Überlegen Sie sich bereits zu Lebzeiten, was Ihnen bei Ihrer Bestattung wichtig ist – und was Sie nicht möchten. Tauschen Sie sich darüber mit Ihrer Familie aus. Wenn ein Todesfall zu erwarten ist, lassen Sie sich so früh wie möglich beraten. Hören Sie bei der Entscheidung für einen Bestatter auf Ihr Bauchgefühl und wechseln Sie gegebenenfalls. Fragen Sie nach einem schriftlichen Kostenvoranschlag, der Ihnen transparent die Einzelleistungen aufschlüsselt. Sorgen Sie finanziell vor und sichern Sie so nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Familie ab.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Wenn ein Mensch stirbt, muss das Fenster geöffnet werden? Kerzen werden entzündet, eine Handvoll Erde ins Grab gestreut und nach der Trauerfeier wird zusammen gegessen und getrunken? Viele dieser Bräuche sind uralt – doch damit keinesfalls verstaubt.

Es existieren viele Traditionen rund um Tod und Trauer, die häufig religiös geprägt sind, sich jedoch auch unabhängig von Konfessionen im Volksglauben etabliert haben – und bis heute praktiziert werden. Die zum Teil Jahrhunderte alten Riten und Bräuche können den Umgang mit dem Tod erleichtern und den Hinterbliebenen helfen, Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen. Lesen Sie im Folgenden einige gängige Beispiele:

Das Fenster öffnen

Nachdem ein Mensch gestorben ist, wird das Fenster des Sterbezimmers geöffnet oder gekippt. Dieser Brauch entstand aus der Vorstellung, dass die menschliche Seele durch den Mund des Verstorbenen in den Himmel entweicht. Zwar ist der Glaube daran, dass die Seele tatsächlich in den Himmel fährt, nicht mehr so weit verbreitet wie in früheren Zeiten, doch viele Menschen sind bis heute davon überzeugt, dass die Seele den menschlichen Körper verlassen muss und durch das offene Fenster an einen anderen Ort gelangen kann. Das Öffnen des Fensters hat jedoch auch einen ganz praktischen Grund: Es tut ganz einfach gut, frische Luft in das Zimmer zu lassen, in dem kurze Zeit zuvor ein Mensch gestorben ist.

Mund und Augen des Verstorbenen schließen

Einem Toten den Mund und die Augen zu schließen, ist schon seit jeher eine gängige Praxis und häufig auch mit dem Aberglauben verbunden, der Tote würde sonst als eine Art „Wiedergänger“ zurückkehren und mit den Lebenden in Kontakt treten. Gegenwärtig ist es grundsätzlich ein Zeichen des Respekts und der Ästhetik, dem Verstorbenen ein würdevolles Aussehen zu geben und Körperöffnungen wie Augen und Mund zu verschließen.

Lichter entzünden

Bei Eintritt des Todes wurde häufig eine sogenannte Sterbekerze entzündet. Das Kerzenlicht sollte dem Verstorbenen den Weg in die Ewigkeit erhellen und ihm auch zu innerer Erleuchtung verhelfen. Mancherorts wurde ebenso daran geglaubt, man könne damit Geister vertreiben und in Verbindung mit Kräutern oder Früchten wie Rosmarin oder Zitrone auch Dämonen abwehren. Bis heute ist das Licht einer Kerze weltweit ein Zeichen des Gedenkens und der Andacht – vielfach auch verbunden mit dem Symbol des Lebenslichtes.

Läuten der Totenglocken

Das Läuten der Toten- oder Sterbeglocken am Morgen oder Abend des Sterbetages zeigte den Tod eines Gemeindemitglieds an. Dazu wurden meist die größten vorhandenen Glocken verwendet und der Tod „ausgeläutet“. Die Kirchen- oder Gemeindeglocken klingen noch heute nach einem Gottesdienst oder einer Andachtsfeier, haben aber zunehmend weniger Bedeutung für die Gemeinschaft.

Die Aufbahrung eines Toten

Früher war es gang und gäbe, den Verstorbenen von nahen Angehörigen waschen, herrichten und im Sterbezimmer oder Gemeindehaus aufbahren zu lassen. Dadurch konnte die gesamte Familie, Freunde und Bekannte Abschied nehmen. Nicht zuletzt aus hygienischen Gründen übernimmt mittlerweile ein Bestattungsunternehmen die Versorgung und etwaige Aufbahrung eines Toten. Ist der Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim eingetreten, ermöglicht das Fachpersonal mancherorts auch dort eine Aufbahrung zur Abschiednahme, bevor der Leichnam einem Bestatter übergeben wird.

Aussegnung – mehr als nur Glaube

Die Aussegnung bezeichnet im Ursprung eine religiöse Andacht, bei der ein Sterbender oder ein bereits Verstorbener noch ein letztes Mal gesegnet wird. Die Aussegnungsfeier gibt den Angehörigen die Möglichkeit, sich zu verabschieden, begleitet den Toten sozusagen auf seinem letzten Weg und befiehlt ihn in Gottes Hände. Solch ein Abschiedssegen ist heute keineswegs nur noch religiöser Natur. Es haben sich derweil viele weltliche Praktiken entwickelt, die Verstorbenen eine Art Segen aussprechen und ihnen damit etwas mit auf die letzte Reise geben.

Rituale am Grab

Nachdem der Sarg in das Grab hinabgelassen wurde, geht die gesamte Trauergemeinde am offenen Grab vorbei und erweist dem Toten die letzte Ehre: Je nach Region war es üblich, dass jeder Trauergast eine oder mehrere Handvoll Erde auf den Sarg warf. Dies sollte das gemeinsame Zuschaufeln des Grabes und auch die Vergänglichkeit des Körpers symbolisieren. Heutzutage wird das Geräusch, wenn die Erde auf den Sarg fällt, vielfach als unangenehm und bedrückend empfunden. Daher wird anstelle der Erde eine Schale mit Blumen, Blütenblättern oder auch mit feinem Sand bereitgestellt, die alternativ ins Grab geworfen werden können.

Leichenschmaus

Der sogenannte Leichenschmaus oder auch das Trauerkaffee ist einer der wohl bekanntesten Bräuche in Verbindung mit dem Tod. Zu früheren Zeiten diente er auch ganz praktisch dazu, diejenigen zu versorgen, die eine lange Anreise hinter sich und als Totengräber oder Sargträger schwere körperliche Arbeit verrichtet hatten. Beim gemeinsamen Essen und Trinken geht es bis heute darum, in Gedenken an den Verstorbenen zusammen zu sein. Das Totenmahl soll den Trauernden nicht nur zeigen, dass sie nicht allein sind und das Leben weitergeht – es bietet auch einen schönen Rahmen, um sich gemeinsam an den Verstorbenen zu erinnern und Geschichten und Anekdoten über ihn auszutauschen.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Sicher, Sie haben schon einmal von Grab- oder Sargbeigaben gehört – aus vor- und frühgeschichtlichen Zeiten. Doch wissen Sie auch, dass Beigaben gerade heute ein wichtiger Aspekt einer bewussten Abschiednahme von einem geliebten Menschen sein können?

Seit Beginn der Menschheit wurden Gegenstände, gelegentlich auch Tiere, als Beigaben mit in die Särge oder Gräber der Toten gelegt. Dieses religiös und kulturell geprägte Brauchtum ist uns insbesondere aus der Steinzeit, dem alten Ägypten oder auch dem Mittelalter bekannt. Art und Umfang der Grabbeigaben waren von der jeweiligen Vorstellung bestimmt, was nach dem Tod mit dem Menschen geschehen würde. So gab es je nach Land und Region gewisse Ansichten über das Weiterleben des Menschen nach dem Tode, über die Auferstehung oder den Übergang des Toten in eine andere Welt, in die der Verstorbene möglichst gut ausgerüstet „hinübergehen“ sollte.

Grabbeigaben konnten beispielsweise Gürtelschnallen, Tücher oder Gewandnadeln sein, Schmuck wie Ringe, Halsketten oder Armbänder, aber genauso Gebrauchsgegenstände wie Keramik- oder Tongefäße. Auch Geldmittel wie Münzen, ebenfalls Waffen, Felle, Lebensmittel und sogar tote Tiere wurden mit ins Grab gelegt. Dazu war es üblich, dem Toten Teile seines persönlichen Eigentums mitzugeben, damit er sein Hab und Gut auch im Jenseits bei sich hatte.

Heute, hier und jetzt – Grabbeigaben?

In unserer westlichen Welt haben Grabbeigaben heute weniger solch religiöse und kulturelle Hintergründe. Zwar sind bei katholisch geprägten Bestattungen Beigaben in Form von Kreuzen, Rosenkränzen, Bibeln oder auch Gebetsbüchern durchaus noch üblich. Gegenwärtig geht es jedoch vielmehr um die aktive Handlung an sich, die den symbolischen Charakter einer Grabbeigabe noch zusätzlich unterstreicht – als letzter Liebesdienst gegenüber dem Verstorbenen. Und als Teil einer bewussten Abschiednahme, die maßgeblich dazu beitragen kann, den Prozess der Trauerbewältigung positiv zu beeinflussen.

Viele Menschen wissen heutzutage gar nicht mehr, dass sie eine Beigabe mit in den Sarg oder in die Urne des Verstorbenen legen können. Schnell stellt sich auch die Frage: Ist das überhaupt erlaubt? Immer mehr lautet die Antwort eindeutig: Ja, absolut! Viele Bestatter sprechen Angehörige bewusst darauf an, ob sie dem Verstorbenen etwas mit auf die letzte Reise geben möchten. Zahlreiche Trauerbegleiter, Seelsorger und Geistliche wissen zudem, wie wichtig bewusste Handlungen und Entscheidungen für den Trauerprozess sind.

Was kann man Verstorbenen mit auf die letzte Reise geben?

Liebevoll ausgewählte Grabbeigaben können den Wunsch erfüllen, dem Verstorbenen noch einen letzten Dienst zu erweisen oder eine ganz persönliche Botschaft zu vermitteln. Sie legen ein letztes Zeugnis davon ab, wie sehr man einen Menschen schätzt, ihn vermisst und wie intensiv man ihn in Erinnerung behalten wird. Grabbeigaben dienen damit nicht mehr vorrangig der „Versorgung“ des Verstorbenen im Jenseits, sondern sollen den Hinterbliebenen Trost spenden und eine Geste der Wertschätzung sein.

Beispielsweise noch ein Päckchen Zigaretten samt Streichhölzern für den verstorbenen Opa, eine Schachtel der Lieblings-Schoko-Pralinen, ein persönlicher Abschiedsbrief, die aktuellste Ausgabe der immer gelesenen Zeitschrift, die bequeme Jogginghose, das heiß geliebte Kuscheltier, das Rätselheft mit Stift, das gern herausgeholte Fernglas oder auch die in die Jahre gekommene, täglich benutzte Lesebrille. Gibt es auch noch das aufwendig beim Fotografen arrangierte Familienfoto, einige selbstgemalte Bilder der Enkelkinder, die persönliche Kuscheldecke von der Couch oder gar den Hochzeitsschmuck oder den Ehering? All das können Sie als persönliche Sargbeigabe erwägen. Grabgaben können also so bunt wie das Leben sein und so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

Doch es gibt auch begründete Grenzen

Was bei einer Erdbestattung mit in den Sarg darf, geben in der Regel die verschiedenen Friedhofsverordnungen vor. Diese können je nach Region und Bundesland unterschiedliche Bestimmungen enthalten. Vielfach befolgen die Satzungen jedoch einfache Vorschriften: Die Sargbeigaben dürfen häufig nur Gegenstände sein, die sich (mehr oder weniger) zersetzen können und das Grundwasser nicht verschmutzen. Über Ausnahmen entscheiden ebenfalls die jeweiligen regionalen Institutionen oder Gemeinden. Dabei muss grundsätzlich auch an die Vernunft appelliert werden – nicht zuletzt der Umwelt zuliebe: Ein Motorradhelm passt aus Platzgründen nicht in einen Sarg, während sich Plastikgegenstände nur sehr schwer oder gar nicht zersetzen.

Handelt es ich um eine Urnenbestattung, sollten die Beigaben zu Asche oder eingeschmolzen werden können. Wenn Sie dem Verstorbenen etwas mit in den Sarg geben möchten, sollten Sie also darauf achten, dass es verbrennbar ist und dass insbesondere keine Explosionsgefahr besteht. Glas oder Dinge, die Gase enthalten, dürfen also nicht mit in das Kremationsfeuer. Erkundigen Sie sich sicherheitshalber im Vorfeld bei dem Bestatter Ihres Vertrauens, welche Materialien als Beigabe gegebenenfalls verboten sind.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Wie ist das eigentlich mit der Bestattungsvorsorge? Kann ich ganz genau festlegen und alles rund um meinen eigenen Abschied selbst bestimmen? Das können Sie! Ihre Möglichkeiten sind so kunterbunt wie das Leben – und doch wissen noch zu wenige davon …

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Bestattungsvorsorge hören? Oder Trauerfallvorsorge? Vielleicht denken Sie: „Welch lange und schwierige Wörter!“ Sie stehen mitten im Leben – finden Sie es daher befremdlich, sich mit Tod und Bestattung zu befassen? Oder haben Sie schon das eine oder andere Mal daran gedacht, wie Ihre Bestattung wohl ablaufen wird, die Gedanken dazu aber immer wieder verworfen?

All das ist völlig verständlich. Doch auch Grund genug, Ihnen eines mit auf den Weg zu geben: Bestattungsvorsorge kann so simpel sein und insbesondere Ihnen selbst das richtig gute Gefühl geben, alles in Ihrem Sinne geregelt zu haben.

Was passt zu mir? Seien Sie kreativ und entwickeln Sie ein paar frische Ideen

Bestattungsvorsorge ist so viel mehr als die bloße Entscheidung darüber, ob Sie in einem Sarg auf dem lokalen Friedhof oder in einer Urne in dem bekannten Bestattungswald beigesetzt werden wollen. Es geht natürlich auch um Erd- oder Feuerbestattung. Vor allem können Sie selbst zum Gestalter Ihres eigenen Abschieds werden und sogar die Stimmung für Ihre Trauerfeier mitbestimmen.

Lassen Sie uns ruhig mal ein paar spannende Fragen aufwerfen: Wie soll die Trauerfeier ablaufen? Sie wollen auf gar keinen Fall, dass Verwandte und Freunde alle in schwarzer Kleidung mit traurigen Gesichtern den Worten eines Pfarrers folgen? Und Sie wollen absolut vermeiden, dass der eine oder andere sich extra noch eine neue schwarze Jacke kauft, nur damit er der Trauer-Etikette entspricht?

Gut! Dann legen Sie doch fest, dass die Trauergäste in den Trikotfarben Ihres Fußballvereins kommen sollen. Dass ein weltlicher Trauerredner nicht einfach Ihren Lebenslauf nacherzählt, sondern über Ihr gelebtes Lebensmotto spricht und über Ihr Talent, die Gulaschkanone und den Weihnachtspunsch für die ganze Dorfgemeinde vorzüglich zuzubereiten. Bestimmen Sie, dass Ihr Abschied nicht traurig sein soll, sondern stattdessen eine schöne Erinnerung daran, das Leben in vollen Zügen zu genießen, Spaß zu haben und viel Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem guttun und die man liebt.

Genau so, wie es Ihnen gefällt!

Finden Sie Traueranzeigen deprimierend, in denen die ewig gleichen Trauersprüche oder Bibelverse zu lesen sind? Möchten Sie den Menschen, die auf Ihren Grabstein oder Ihre Urnenplatte schauen, etwas Bedeutendes mit auf den Weg geben? Dann schreiben Sie Ihre Traueranzeige und Ihre Grabinschrift selbst. Finden Sie eigene Worte, mit denen Sie sich identifizieren und die Ihrer Nachwelt etwas mit auf den Weg geben.

Möchten Sie unbedingt die geliebten gelben Lilien als Blumenschmuck, die Sie in Ihrem Garten jedes Jahr genüsslich blühen sehen? Dann wünschen Sie sich doch genau das und bestimmen Sie, dass Ihre Lieblingsblumen Ihren Abschied verschönern. Oder finden Sie, dass das goldene Medaillon, das Ihre Urgroßmutter Ihnen vererbt hat, unbedingt mit auf Ihre letzte Reise gehen soll? Oder doch eher Ihr lederner Kniffelbecher, als Symbol für die vielen Spieleabende, die Sie lachend und freudig mit der Familie verbrachten? Auch das können Sie in Ihrer Bestattungsvorsorge festlegen.

Weniger ist mehr?

Diese Ideen sind Ihnen alle viel zu bunt und ausgefallen? Sie möchten eigentlich nur im Doppelgrab beigesetzt werden, in dem bereits Ihre verstorbene Frau bestattet wurde? Und Sie wollen das Geld für Ihre Bestattung bereits hinterlegen, damit Ihre beiden Kinder nicht finanziell belastet werden? Schöne Idee! Halten Sie in Ihrem Bestattungsvorsorge-Vertrag Ihre Vorstellungen und Wünsche fest und hinterlegen Sie das Geld für Ihre Beisetzung beispielsweise auf einem Treuhandkonto.

Sprechen Sie mit dem Bestatter Ihres Vertrauens und seien Sie mutig, Ihre Wünsche wirklich zu äußern. Selbst wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Vorstellungen zum Ausdruck bringen sollen, geschweige denn zu Papier – gerade dann wird Ihr Bestatter Sie ausführlich zu Ihren Möglichkeiten beraten. Und er kennt die Mittel und Wege, Ihre Anliegen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit umzusetzen.

Wie Sie den richtigen Bestatter finden?

Jetzt fragen Sie sich natürlich, wie Sie denn den Bestatter Ihres Vertrauens finden? Auch das ist kein Hexenwerk. Einen „guten“ Bestatter erkennen Sie beispielsweise an seiner Qualifikation oder an einer aussagekräftigen Website, die klar macht, wofür das Unternehmen steht und welche genauen Leistungen angeboten werden. Ein seriöser Bestatter arbeitet aber allen voran immer transparent und ist Ihnen gegenüber aufgeschlossen. Er hört Ihnen zu, berät Sie ausführlich zu Ihren Möglichkeiten und erstellt Ihnen entsprechend einen aussagekräftigen Kostenvoranschlag. Zudem sollte Ihnen immer freistehen, Angebote zu vergleichen oder sich noch einmal umzuentscheiden.

Am Ende geht es bei der Bestattungsvorsorge immer um Ihr eigenes Gefühl. Tun Sie das, was zu Ihnen passt, was Ihnen und Ihren Lieben guttut. Und lassen Sie sich nicht verunsichern durch vermeintliche Konventionen oder dem Gedanken, dass „man“ etwas so machen müsse.

Stephanie Tamm

Wenn ein Mensch stirbt, muss das Fenster geöffnet werden? Kerzen werden entzündet, eine Handvoll Erde ins Grab gestreut und nach der Trauerfeier wird zusammen gegessen und getrunken? Viele dieser Bräuche sind uralt – doch damit keinesfalls verstaubt.

Es existieren viele Traditionen rund um Tod und Trauer, die häufig religiös geprägt sind, sich jedoch auch unabhängig von Konfessionen im Volksglauben etabliert haben – und bis heute praktiziert werden. Die zum Teil Jahrhunderte alten Riten und Bräuche können den Umgang mit dem Tod erleichtern und den Hinterbliebenen helfen, Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen. Lesen Sie im Folgenden einige gängige Beispiele:

Das Fenster öffnen

Nachdem ein Mensch gestorben ist, wird das Fenster des Sterbezimmers geöffnet oder gekippt. Dieser Brauch entstand aus der Vorstellung, dass die menschliche Seele durch den Mund des Verstorbenen in den Himmel entweicht. Zwar ist der Glaube daran, dass die Seele tatsächlich in den Himmel fährt, nicht mehr so weit verbreitet wie in früheren Zeiten, doch viele Menschen sind bis heute davon überzeugt, dass die Seele den menschlichen Körper verlassen muss und durch das offene Fenster an einen anderen Ort gelangen kann. Das Öffnen des Fensters hat jedoch auch einen ganz praktischen Grund: Es tut ganz einfach gut, frische Luft in das Zimmer zu lassen, in dem kurze Zeit zuvor ein Mensch gestorben ist.

Mund und Augen des Verstorbenen schließen

Einem Toten den Mund und die Augen zu schließen, ist schon seit jeher eine gängige Praxis und häufig auch mit dem Aberglauben verbunden, der Tote würde sonst als eine Art „Wiedergänger“ zurückkehren und mit den Lebenden in Kontakt treten. Gegenwärtig ist es grundsätzlich ein Zeichen des Respekts und der Ästhetik, dem Verstorbenen ein würdevolles Aussehen zu geben und Körperöffnungen wie Augen und Mund zu verschließen.

Lichter entzünden

Bei Eintritt des Todes wurde häufig eine sogenannte Sterbekerze entzündet. Das Kerzenlicht sollte dem Verstorbenen den Weg in die Ewigkeit erhellen und ihm auch zu innerer Erleuchtung verhelfen. Mancherorts wurde ebenso daran geglaubt, man könne damit Geister vertreiben und in Verbindung mit Kräutern oder Früchten wie Rosmarin oder Zitrone auch Dämonen abwehren. Bis heute ist das Licht einer Kerze weltweit ein Zeichen des Gedenkens und der Andacht – vielfach auch verbunden mit dem Symbol des Lebenslichtes.

Läuten der Totenglocken

Das Läuten der Toten- oder Sterbeglocken am Morgen oder Abend des Sterbetages zeigte den Tod eines Gemeindemitglieds an. Dazu wurden meist die größten vorhandenen Glocken verwendet und der Tod „ausgeläutet“. Die Kirchen- oder Gemeindeglocken klingen noch heute nach einem Gottesdienst oder einer Andachtsfeier, haben aber zunehmend weniger Bedeutung für die Gemeinschaft.

Die Aufbahrung eines Toten

Früher war es gang und gäbe, den Verstorbenen von nahen Angehörigen waschen, herrichten und im Sterbezimmer oder Gemeindehaus aufbahren zu lassen. Dadurch konnte die gesamte Familie, Freunde und Bekannte Abschied nehmen. Nicht zuletzt aus hygienischen Gründen übernimmt mittlerweile ein Bestattungsunternehmen die Versorgung und etwaige Aufbahrung eines Toten. Ist der Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim eingetreten, ermöglicht das Fachpersonal mancherorts auch dort eine Aufbahrung zur Abschiednahme, bevor der Leichnam einem Bestatter übergeben wird.

Aussegnung – mehr als nur Glaube

Die Aussegnung bezeichnet im Ursprung eine religiöse Andacht, bei der ein Sterbender oder ein bereits Verstorbener noch ein letztes Mal gesegnet wird. Die Aussegnungsfeier gibt den Angehörigen die Möglichkeit, sich zu verabschieden, begleitet den Toten sozusagen auf seinem letzten Weg und befiehlt ihn in Gottes Hände. Solch ein Abschiedssegen ist heute keineswegs nur noch religiöser Natur. Es haben sich derweil viele weltliche Praktiken entwickelt, die Verstorbenen eine Art Segen aussprechen und ihnen damit etwas mit auf die letzte Reise geben.

Rituale am Grab

Nachdem der Sarg in das Grab hinabgelassen wurde, geht die gesamte Trauergemeinde am offenen Grab vorbei und erweist dem Toten die letzte Ehre: Je nach Region war es üblich, dass jeder Trauergast eine oder mehrere Handvoll Erde auf den Sarg warf. Dies sollte das gemeinsame Zuschaufeln des Grabes und auch die Vergänglichkeit des Körpers symbolisieren. Heutzutage wird das Geräusch, wenn die Erde auf den Sarg fällt, vielfach als unangenehm und bedrückend empfunden. Daher wird anstelle der Erde eine Schale mit Blumen, Blütenblättern oder auch mit feinem Sand bereitgestellt, die alternativ ins Grab geworfen werden können.

Leichenschmaus

Der sogenannte Leichenschmaus oder auch das Trauerkaffee ist einer der wohl bekanntesten Bräuche in Verbindung mit dem Tod. Zu früheren Zeiten diente er auch ganz praktisch dazu, diejenigen zu versorgen, die eine lange Anreise hinter sich und als Totengräber oder Sargträger schwere körperliche Arbeit verrichtet hatten. Beim gemeinsamen Essen und Trinken geht es bis heute darum, in Gedenken an den Verstorbenen zusammen zu sein. Das Totenmahl soll den Trauernden nicht nur zeigen, dass sie nicht allein sind und das Leben weitergeht – es bietet auch einen schönen Rahmen, um sich gemeinsam an den Verstorbenen zu erinnern und Geschichten und Anekdoten über ihn auszutauschen.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Ein Verlust bedeutet immer starke emotionale Belastung und Trauer verläuft in Phasen? Spätestens nach einem Jahr ist die Trauerzeit vorbei und man muss sich unbedingt emotional von dem Verstorbenen trennen? Ein Beitrag dazu, zähe Mythen zu entkräften

Es existieren viele Trauerformen und -konventionen nebeneinander und es lässt sich schlichtweg nicht sagen, welcher Umgang mit Trauer „normal und gesund“ oder „nicht normal und ungesund“ ist. Vielleicht existieren auch gerade deshalb zum Teil einseitige und gänzlich falsche Annahmen zu Trauer und Trauerverarbeitung.

Einige dieser Annahmen und Mythen haben sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt und gehören sozusagen zum gesellschaftlichen Regelwerk. Fünf der vielleicht hartnäckigsten Trauer-Mythen greifen wir hier auf und zeigen, dass es sich um unzutreffenden Ansichten, Klischees oder auch Stereotypen handelt:

Mythos Nr. 1: Eine Verlusterfahrung geht immer mit einer intensiven emotionalen Belastung einher. Trauer muss dann „rausgelassen“ werden, sonst wird man krank.

Es wird häufig angenommen, dass ein Verlust unvermeidlich immer ein großes Ausmaß an Verzweiflung und emotionaler Belastung hervorruft. Fehlt solch eine „richtige“ Trauerreaktion, wird in unserer Gesellschaft leicht ein pathologischer Zustand vermutet. Dabei wird oft davon ausgegangen, dass Trauer zwangsläufig zu einem späteren, meist unerwarteten Zeitpunkt auftaucht und zu problematischen Entwicklungen führt.

Die Trauerforschung kann das nicht bestätigen. Längst nicht alle Menschen erleben den Trauerschmerz gleich intensiv. Niemand muss zwangsläufig durch „das Tal der Tränen“ gehen, um später normal weiterleben zu können. Zudem sollten wir uns auch keine Sorgen machen, wenn wir unserer Trauer nicht unmittelbar nach dem Verlust Ausdruck verleihen können oder nicht so tief betroffen sind, wie wir womöglich glauben, sein zu müssen.

Weinen gehört dazu – und Freude empfinden nicht?

Weinen wird häufig als typische emotionale Reaktion auf eine Verlusterfahrung wahrgenommen. Doch Traurigsein und Weinen sind längst nicht die einzigen Trauergefühle: Häufig kommen Angst, Ärger, Wut, Sehnsucht und auch Scham hinzu. Nichts selten ist jemand in Trauer gar nicht in der Lage, seine Gefühle (bewusst) zu erleben. Man ist sozusagen emotional völlig überschwemmt und manchmal auch erst nach längerer Zeit fähig, die eigenen Empfindungen wahrzunehmen.

Trauer ist immer individuell, sie ist weder statisch, noch folgt sie einem konkreten Ablauf. Die Bandbreite möglicher Gefühlsreaktionen reicht in der Trauer von leichter Betroffenheit bis hin zum psychischen Ausnahmezustand. Auch ist es eine Fehlannahme, wenn wir davon ausgehen, dass eine Verlusterfahrung die Fähigkeit verringert, Freude zu empfinden. Keine Freude mehr zu zeigen und nicht mehr zu lachen, hat bedauerlicherweise viel eher mit (vermeintlichen) kulturellen Normen zu tun und weniger mit dem persönlichen Verlust.

Mythos Nr. 2: Trauer muss „durgearbeitet“ werden – ohne „Trauerarbeit“ geht es nicht

Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich nach einer Veränderung im Leben emotional damit zu beschäftigen und darüber zu reflektieren. Doch der Begriff „Trauerarbeit“ wird meist mit der Annahme in Verbindung gebracht, dass Menschen sich bewusst mit (schmerzhaften) Trauergefühlen und Gedanken auseinandersetzen müssen, damit sie „bearbeitet“ und überwunden werden können.

Auch hier existieren in Fachkreisen gegenteilige Erkenntnisse: Es lässt sich nicht belegen, dass Menschen, die sogenannte Trauerarbeit leisten, ihren Verlust besser verarbeiten als diejenigen, die ihre Gefühle eher unterdrücken.

Es ist vielmehr so, dass ein stetiger Wechsel zwischen bewusster Trauer und einer Orientierung auf neue Lebensziele als günstigste Strategie gilt. Sich also immer mal wieder von seiner Trauer ablenken, um sich auf das Leben einzustellen zu können, das vor einem liegt – ähnlich wie Kinder es können und in aller Regel ganz von selbst tun.

Eine Konfrontation mit der eigenen Trauer ist hingegen nur dann sinnvoll, wenn jemand den Schmerz über eine längere Zeit aktiv vermeidet, sich gar in Illusionen verliert und den Verlust nicht akzeptieren kann. Solch ein Zustand sollte dann auch professionell begleitet werden.

Mythos Nr. 3: Trauer verläuft in Phasen

Die immer noch weit verbreitete Annahme, dass Trauer in einer festen Abfolge von Phasen verläuft, ist schlicht überholt. Viele Trauernde erleben zweifelsfrei Zustände, die solchen Phasen entsprechen und die Existenz dieser Phasenmodelle kann zumindest als grobe Orientierungshilfe dienen. Anstelle eines gradlinigen Ablaufs erleben viele Trauernde allerdings eher das Hin- und Herpendeln zwischen verschieden Gefühlslagen und eigenen Aspekten und Themen im Leben, die durch den Verlust betroffen sind.

Die größte Schwäche der Theorie der Trauerphasen besteht jedoch darin, dass sie Normen setzt und Trauernden, Angehörigen und potentiell Helfenden völlig falsche Vorstellungen davon vermittelt, wie Trauer und Trauerbewältigung verlaufen – oder zu verlaufen haben.

Mythos Nr. 4: Die Zeit der Trauer ist begrenzt und ungefähr nach einem Jahr abgeschlossen

Die Auffassung, Trauerzeit ließe sich über eine bestimmte Zeitspanne definieren, hält sich hartnäckig. Das sogenannte Trauerjahr gab es schon im antiken Römischen Reich, ist allerdings lediglich eine gesellschaftliche Norm und hat wenig mit tatsächlicher Trauer und Trauerbewältigung zu tun.

Mittlerweile ist sich auch die Trauerforschung einig, dass Trauerreaktionen deutlich länger andauern können, als ein Jahr. Vielmehr trauern Menschen besonders nach einem schweren Verlust wie z. B. des Ehepartners oder des eigenen Kindes nicht selten noch viele Jahre, Jahrzehnte oder ein ganzes Leben lang.

Das bedeutet nicht, Trauergefühle wären stetig gleichbleibend. Sie verändern sich im besten Fall, werden weniger und werden Teil des eigenen Lebens. Damit gilt es nochmals zu betonen: Trauer ist eine individuelle Angelegenheit und hat viele Gesichter. Und gerade deshalb dürfen Aussagen darüber keine Zeitvorgaben enthalten oder vermitteln.

Mythos Nr. 5: Man muss sich emotional von dem Verstorbenen trennen

Die vermeintliche Notwendigkeit, sich nach dem Tod eines Menschen emotional von ihm lösen zu müssen, beruht auf der lange Zeit vorherrschenden Lehrmeinung, dass fortbestehende Bindungen zum Verstorbenen langfristig pathologisch sind. Inzwischen wird jedoch immer mehr anerkannt, dass Hinterbliebene ein ganz natürliches Bedürfnis haben, fortwährend eine Bindung aufrecht zu erhalten – allerdings sollte dies auf bestimmte Art und Weise geschehen:

Die Beziehung zu einem geliebten Menschen ist nach dessen Tod nicht einfach vorüber. Daher ist es wichtig, die Beziehung neu zu definieren. Eine enorm wichtige Funktion von Trauer ist es nämlich, die gemeinsame Zeit mit dem Verstorbenen in die eigene Biographie zu integrieren – die Vergangenheit und das Jetzt anzuerkennen, als etwas, das nun zu einem gehört.

So eine Neudefinition der Beziehung schützt auch davor, dass extreme emotionale Belastungen, wie z. B. ungeklärte Konflikte mit dem Verstorbenen oder gar traumatische Erfahrungen durch möglicherweise dramatische Todesumstände, immer wieder das Bewusstsein überfluten. Zudem hilft diese Neudefinition der Beziehung dabei, offen für neue Bindungen zu sein oder zu werden, positive Aspekte für das Leben danach zu erkennen und sich auf diese einzustellen.

Das Erleben eines Verlustes erfahren viele Menschen immer noch und viel zu häufig als widersprüchlich zu den eigenen Vorstellungen und dem, was die Gesellschaft vermeintlich von ihnen erwartet. Gesellschaftliche Rituale helfen zwar dabei, individuelle Gefühle zu fassen und in sozial akzeptierte Bahnen zu lenken. Doch sie dürfen nicht reglementierend sein und auch nicht Handlungen und Verhalten bewerten oder vorgeben. All das schadet Trauernden grundsätzlich – ein wichtiger Grund, das Wissen über Trauer-Mythen in die Welt zu tragen.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Quellen:

GEO WISSEN (2013): „Trauer ist der Preis für die Liebe. Ein Psychologe erklärt, warum man dem Schmerz Zeit geben muss.“ Interview mit Hansjörg Znoj. S. 109-113.

Hansjörg Znoj (2015): „Trauer und Trauerbegleitung in der Palliativmedizin. Symptomatologie der Trauer, irreführende Vorstellungen und moderne Mythen.“ ARS MEDICI 1/2015, Rosenfluh Publikationen AG, S. 40-44.