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Männer und Frauen gehen bekanntlich ganz unterschiedlich mit ihren Gefühlen um, das schlägt sich auch ihrer Art zu trauern nieder. Männer lenken sich eher ab, während Frauen gerne darüber sprechen. Das fällt besonders ins Gewicht, wenn Paare trauern.

Auch wenn natürlich jeder Mensch auf seine individuelle Art trauert und immer wieder Ausnahmen die Regel bestätigen, lassen sich doch wesentliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Trauerbewältigung ausmachen. Die meisten Männer versuchen ihr Inneres nicht nach außen zu tragen und sich im Trauerfall ihre extreme emotionale Belastung nicht anmerken zu lassen. Sie wollen den Verlustschmerz allein bewältigen und ihrer Trauer analytisch begegnen. Frauen dagegen lassen ihre Trauer zu und haben in der Regel viele Personen um sich herum, denen sie sich auch in gefühlsmäßigen Ausnahmesituationen gerne anvertrauen.

Eine typische männliche Reaktion beim Tod eines geliebten Menschen ist die Flucht in Ablenkung: Viele stürzen sich vehement in die Arbeit, machen extrem viel Sport oder betäuben sich mit Alkohol und Drogen, um die Gefühle von Wut und Hilflosigkeit, die in der Trauer immer mitschwingen, nicht spüren zu müssen. Dass Frauen so ganz anders mit ihrer Trauer umgehen, macht es insbesondere für Paare, die ein Kind verloren haben, außergewöhnlich schwierig. Wenn der Partner bzw. die Partnerin in dieser extrem belastenden Situation so ganz anders reagiert, sind Beziehungsprobleme eher die Regel als die Ausnahme. Auf der anderen Seite können natürlich gemeinsam bewältigte Krisen eine Partnerschaft auch vertiefen, allerdings nur dann, wenn sich beide ihrer Trauer stellen.

Trauer überspielen kann gefährlich werden

In einem Interview zu diesem Thema sagt Dr. Martin Kreuels, der selbst seine Frau verloren hat und sich seitdem als Autor und Fotograf auf verschiedene Weise mit trauernden Menschen beschäftigt: „Ein Mann versucht in einer Stresssituation, die Familie zusammenzuhalten, während die Frau sich fallen lässt. (...) Das ist das klassische Verhalten von uns Männern. Die Frauen leben ihre Trauer aus, während die Männer mehr oder weniger herunterschlucken, sich durch Aktivitäten ablenken oder in ein Suchtverhalten geraten, weil sie nicht darüber reden können. Sie fangen an zu trinken, werden spielsüchtig, flüchten sich in sportliche Aktivitäten...“

Im Verlauf des Interviews führt Kreuels aus, dass diese Art der Kompensation verhindert, dass die Trauer wirklich akzeptiert und man so wieder handlungsfähig wird. Wenn das dauerhaft nicht gelingt, resultieren daraus häufig körperliche Beschwerden, Depressionen oder Suchtprobleme mit den entsprechenden Folgeschäden. Es lohnt sich also, in der Trauer über seinen Schatten zu springen und darüber zu sprechen, auch wenn es ungewohnt ist und einem am Anfang wirklich schwerfällt. Es heißt, dass insbesondere Männer von den Gesprächen in offenen Trauergruppen profitieren, weil sie dort in relativ anonymer und doch verständnisvoller Atmosphäre über ihren Verlust reden können. Und ganz gleich, ob man viel oder wenig Worte über seine Trauer verliert: Es tut Männern und Frauen gleichermaßen gut.

Cathrin Gawlista

Foto: Pixabay

Quelle: https://viabilia.de/m%C3%A4nner-trauern-anders-540.htm

Flüchtig sind der Menschen Tage. Und dann? An einen Baum im Wald? Oder doch lieber auf die Ostsee? Fragen, die sich immer mehr Menschen stellen. Besonders Naturbestattungen erlangen immer mehr Bekanntheit und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Bis vor gut zehn Jahren war der Friedhof (bis auf wenige Ausnahmen) der einzige Ort, auf dem die Toten oder ihre Aschereste beigesetzt wurden. Auch heute noch stellen Friedhöfe die wichtigsten Begräbnisplätze dar – rund 90 % der Deutschen werden auf klassischen Friedhöfen beigesetzt. Doch seit es immer mehr „alternative“ Bestattungsformen gibt, hat der Friedhof seine unumschränkte Monopolstellung eingebüßt:

Es kamen Beisetzungsformen auf, die außerhalb der herkömmlichen Friedhofsgrenzen stattfanden. Allgemein bekannt sind die Naturbestattungen, zu denen die Waldbestattung und auch die Seebestattung zählen.

Erinnerungskultur in der Natur

Seit der Jahrtausendwende lassen sich immer mehr Beisetzungen in Waldgebieten verzeichnen. 2001 entstanden hierzulande die ersten Friedwälder, gefolgt von Ruheforsten und anderen Waldarealen oder Parks, in denen Urnen beigesetzt werden.

Mittlerweile werden insgesamt etwa 2% aller Verstorbenen in der freien Natur bestattet. Ein bekanntes Beispiel in der Kategorie der Naturbestattungen in der freien Landschaft ist die Baumbestattung in entsprechenden Wäldern. Das Leitbild der Betreiberfirmen von Waldbestattungen mit Markennamen wie FriedWald® oder RuheForst® ist die Natürlichkeit, die keine Grenzen, Mauern oder dergleichen kennt. Der Baum und sein Wurzelwerk in einem (möglichst) naturbelassen Raum ist damit Grabzeichen und Grabstätte zugleich.

Die als solche belassene Umgebung des Waldes soll weitgehend erhalten bleiben und die Bestattungsplätze nur bei genauerem Hinsehen sichtbar sein. Während in der Anfangszeit der Bestattungswälder vornehmlich Nummern als Orientierungszeichen dienten, sieht man heutzutage immer häufiger auch (individuelle) Namensschilder oder -plaketten als Zeichen von Trauer, Erinnerung und Gedächtniskultur.

Anfänglich ließ sich die Baumbestattung mit den Bestattungsgesetzen der einzelnen Bundesländer nicht vereinbaren. Diese wurden jedoch allmählich entsprechend angeglichen und gelockert, sodass mittlerweile auch kommunale und kirchliche Friedhöfe Flächen für Baumbestattungen anbieten. Ein bekanntes Beispiel hierfür stellt ein Teil des Friedhofs Ohlsdorf in Hamburg als „Ruhewald“ dar. Dort kann der Bestattungsbaum auch als Ablageort für persönliche Erinnerungen oder Symbole genutzt werden.

Jenseits des Friedhofs: Über Seebestattungen

Die Beisetzung auf hoher See war ursprünglich eine hygienisch begründete Art der „Notbestattung“ für Menschen, die an Bord eines Schiffs verstorben waren. Zeitgleich mit dem Aufkommen der anonymen Bestattung erfuhr die Seebestattung ab den 1970er Jahren immer größere Akzeptanz. Seither wird sie mit kontinuierlich ansteigenden Zahlen praktiziert, kommerziell durchgeführt und hat damit neue sepulkrale Orte geschaffen.

Das Aufkommen liegt derzeit bei ca. 1%, wobei genaue Auskünfte in der Zukunft noch zu erwarten sind. Heute ist sie eine besondere Form der Natur- als auch der anonymen Bestattung. Regulär geht ihr eine Einäscherung in einem Krematorium voraus – gefolgt von der Beisetzung einer mit Sand oder Kies beschwerten, wasserlöslichen oder gar biologisch abbaubaren Urne auf hoher See.

Die Versenkung der Urne erfolgt hierzulande vornehmlich in ausgewiesenen Gebieten der Nord- und Ostseeküste. Die Seebestattung bedingt zwar eine Entbindung vom Friedhofszwang und bedarf damit einer behördlichen Genehmigung. Doch seit den frühen 2000er Jahren sind auch diese Reglementierungen faktisch novelliert worden.

Die Vielfalt von Bestattungsarten und die Dynamik der Bestattungswünsche hat in Deutschland in den letzten beiden Dekaden deutlich zugenommen – die Naturbestattungen sind nur ein Beispiel für diese Entwicklung. Festzuhalten bleibt, dass der Friedhof durch andere Erinnerungsorte und -konzepte Konkurrenz bekommen hat. Unser Umgang mit den Toten spiegelt damit auch die gesellschaftlichen Wandlungs- und Entwicklungsprozesse des 21. Jahrhunderts wider.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Quellen:

Fischer, N. (2016): Der entfesselte Friedhof. Über die Zukunft von Bestattungs- und Erinnerungsorten. In: Benkel, T. (Hg.): Die Zukunft des Todes. Heterotopien des Todes. Bielefeld, transcript, 263-281.

https://www.feinschwarz.net/friedhof-der-zukunft/

In Deutschland werden jedes Jahr rund 200 Milliarden Euro vererbt oder als Schenkung weitergegeben. Wer finanziell ausgesorgt hat und sich überlegt, sein Geld langfristig möglichst sinnvoll einzusetzen, kommt oft schnell auf einen Stiftungsgedanken.

Viele Menschen möchten, dass ihr Vermögen nach ihrem Tod etwas Gutes bewirkt. Das kann bedeuten, dass sie mit einer Erbschaft die Familie erfreuen, muss es aber nicht. Wenn der Draht zu Kindern und Enkeln nicht so besonders ist, die Nachkommen selbst schon „mehr als genug haben“ oder auch gar keine Angehörigen da sind, denken viele sehr gründlich über Alternativen nach. Die Besonnenen kommen dann oft auf die Idee, ihr Geld ganz oder zum Teil einer Stiftung zu vermachen oder – je nach Höhe des Vermögens – sogar selbst eine Stiftung ins Leben zu rufen. Für diese langfristig gute Tat gibt es mehrere Möglichkeiten, allerdings ist dazu Hintergrundwissen gefragt.

Deutschland ist Stiftungswunderland

In Deutschland gibt es rund 21.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts mit einem Gesamtvermögen von über 70 Milliarden Euro. Die Hälfte davon wurde in den letzten zehn Jahren gegründet. Bei einer Stiftung wird Kapital dauerhaft für einen festgelegten gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellt. Das sicher und gewinnbringend angelegte Vermögen erwirtschaftet Überschüsse, die die Stiftung für ihre Projekte ausgibt. Der Stiftungsgrundstock bleibt dauerhaft erhalten und der vom Stiftungsgründer festgelegte Zweck darf nicht wesentlich verändert werden.

Fast ein Drittel der Stiftungen verfolgt soziale Zwecke, der Rest setzt sich für Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Sport, Umweltschutz oder andere gemeinnützige Zwecke ein. Ist die Gemeinnützigkeit anerkannt, wird die Stiftung steuerlich begünstigt. Viele Stiftungen arbeiten vernetzt und damit deutliche effizienter. Pro Jahr werden insgesamt rund 17 Milliarden Euro in stiftungseigene oder externe Projekte investiert.

Die Beweggründe sind vielfältig

Laut einer vom Bundesverband Deutscher Stiftungen in Auftrag gegebenen Befragung aus dem Jahr 2005 gibt es unterschiedliche Motive für eine Stiftungsgründung. Zu den häufigsten gehören der Wunsch, etwas zu bewegen, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, ein konkretes Problem zu bekämpfen oder auch einfach der Gesellschaft etwas zurückzugeben. In vielen Fällen geht der Entscheidung für eine Stiftung ein erlittener Schicksalsschlag oder ein plötzlicher Vermögenszuwachs voraus. Als wichtigster persönlicher Beweggrund kommt häufig die Zufriedenheit durch eine erfüllende Aufgabe oder sinnstiftendes Engagement hinzu; gesellschaftliche Anerkennung ist dagegen nur ein zweitrangiges Motiv.

Es muss keine eigene Stiftung sein

Für eine eigene Stiftungsgründung sind mindestens 50.000 Euro erforderlich, aber auch mit kleineren Beträgen lässt sich viel Gutes bewirken. So kann man zum Beispiel auch durch eine Treuhandstiftung oder durch eine Zustiftung an eine bestehende Stiftung helfen. Ebenso besteht die Möglichkeit, sich in einer Stiftungs-GmbH oder einem Stiftungsverein zusammen mit Gleichgesinnten für ein gemeinsames Ziel einzusetzen. Natürlich ist neben finanziellen Zuwendungen auch freiwilliges Engagement immer willkommen. Übrigens können nicht nur Einzelpersonen Stiftungen ins Leben rufen, sondern auch Vereine oder Unternehmen. Weitere Informationen zum Thema und eine Online-Stiftungssuche gibt es auf der Website des Bundesverbands Deutscher Stiftungen unter www.stiftungen.org. Dort finden Stiftungswillige auch Unterstützung bei der Wahl von Stiftungsart und Zweck.

Cathrin Gawlista

Bild Fotolia/Julián Rovagnati